Berichte
20. März 2026
Erste Konferenz des Guten Wirtschaftens in Frankfurt

Fotos: Arno Kratky
Über 100 Teilnehmende bei der ersten Konferenz des Guten Wirtschaftens in Hessen, 12 Unternehmen vom Wirtschaftsminister ausgezeichnet.
Die erste Konferenz des Guten Wirtschaftens in Hessen fand am 20. März in Frankfurt mit über 100 Teilnehmenden statt. Organisiert wurde die Konferenz vom Regionalverein Hessen-Saarland- Rheinland-Pfalz (HSR) der Gemeinwohl-Ökonomie (GWÖ), stark unterstützt von Mitgliedern der Regionalgrupe Frankfurt.
Hessens Wirtschaftsminister Kaweh Mansoori übernahm die Keynote und zeichnete anschließend zwölf Unternehmen aus Hessen und Rheinland-Pfalz aus, die in den vergangenen Monaten eine Gemeinwohl-Bilanz erstellt haben. Sie erweitern damit den Kreis von inzwischen über 1.425 Gemeinwohl-Unternehmen in Deutschland. „Das beste Förderprogramm ist, nachhaltige Produkte zu kaufen“, betonte Mansoori. Mit dem neuen Tarif- und Vergabegesetz setze Hessen wichtige Impulse, um nachhaltiges Wirtschaften gezielt zu fördern. Öffentliche Beschaffung sei dabei ein zentraler Hebel.
HSR-Vorstand Hans-Georg Küper unterstrich die Bedeutung solcher Initiativen: Gerade in Zeiten wirtschaftspolitischer Rückschritte sei es wichtig zu zeigen, dass verantwortungsvolles Wirtschaften bereits heute erfolgreich praktiziert wird. Dieses verantwortungsvolle Wirtschaften wird in einer Gemeinwohl-Bilanz erfasst und geprüft. Auf diese Weise wird den Unternehmen einen systematischen 360-Grad-Blick auf ihr Handeln ermöglicht.
Die ausgezeichneten Unternehmen – Profilwerkstatt GmbH, ALEA GmbH, Boßhammersch Hof, GEFAK mbH, Hotel Villa Orange, IFSM GmbH & Co. KG, Jochen Müller Unternehmensberatung, Dr. Knoll, Pfeifer, Krechel & Partner mbB, Prosa Architektur + Stadtplanung, Siebenkorn Naturkost GmbH, Shift Gmb und Two4Science GmbH – belegen, dass wirtschaftlicher Erfolg, ökologische Verantwortung und soziale Gerechtigkeit Hand in Hand gehen können. Die GWÖ basiert das Unternehmertum auf die vier Säulen Menschenwürde, Solidarität, ökologische Nachhaltigkeit und Transparenz. Moderator und Gemeinwohl-Berater Jochen Müller lobte die teilnehmenden Firmen für „echte Pionierarbeit“, zumal diese Art des Wirtschaftens „zurzeit nicht Mainstream“ sei und häufig eher benachteiligt und nicht gefördert würde.
Nach den Ehrungen wurde die Konferenz durch Impulsvorträge namhafter Referent*innen ergänzt: Wolfgang Kessler (Buchautor, Journalist) sprach über Wege zu einer nachhaltigen Wirtschaft, Martin Oetting (System Delta) plädierte für ein neues Verständnis von Wohlstand, und Silvia Winkler (GLS-Bank) zeigte, wie „gutes Wirtschaften“ konkret messbar wird. In einer abschließenden Podiumsdiskussion wurden die Ansätze zusammengeführt und konkrete Maßnahmen für mehr „gutes Wirtschaften diskutiert. Die zentrale Botschaft der Konferenz: Eine Wirtschaft, die sich am Gemeinwohl orientiert, ist keine Vision – sie wird bereits gelebt.
Fotos: Arno Kratky







